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Mehr essen, mehr Sport, mehr Qualität im Alltag

07.09.2005 / LOKALAUSGABE / BOTTROP

WAZ-Serie: Rauchfrei in zehn Wochen

Die siebte Woche ist vorbei.
Arndt S. ist jetzt seit 17 Tagen ohne Zigarette,
Linda seit zehn. Beide nehmen zu, beide
treiben wieder mehr Sport, beide sind zufrieden.
"Ich fühle mich wesentlich wohler", sagt
Linda. Der morgendliche Husten sei weg.
Sie könne wieder durchatmen, und alles
schmecke ihr besser als früher. Über 30
Jahre hat sie geraucht, im Schnitt 25 am
Tag. In den vergangenen sieben Wochen hat
sie ihren Konsum schrittweise auf Null
abgebaut.
Nur Hunger habe sie, reichlich sogar.
Ständig könne sie etwas essen. Gut, sagt
sie, dass sie den Weg zum Sport gefunden
habe. Im Fitness-Studio hat sie sich angemeldet.
"Ich treibe seit 20 Jahren erstmals wieder
Sport und schlafe wie ein Stein."

Zum Sport hat auch Arndt gefunden. Er
spielt Fußball, fährt Rad und geht joggen.
"Ich habe meinen ganzen Tagesablauf umgestellt",
berichtet er. Viel Bewegung, besseres Essen,
sinnvollere Pausen. Langsam lasse auch
das Suchtgefühl nach, das in den ersten
rauchfreien Tagen so viel Nerven gekostet
habe. "Ich merke, wie ich unabhängig werde."
Unabhängig von der Zigarette zu sein,
das ist eines seiner Ziele. 28 Kippen am
Tag war sein Schnitt seit vielen Jahren.
"Ich spüre, wie mein Geruchs- und Geschmackssinn
sich verändern. Der Körper arbeitet." Und
wenn der Zwang doch kommt? "Dazu haben
wir Atem- und Entspannungstechniken gelernt."

Jeden Tag spart Arndt vier Euro in einer
Dose. Das Fußballspiel Mailand gegen Schalke
will er davon finanzieren. Wie schnell
sich Empfindungen und Einstellungen gegenüber
dem Rauchen ändern, wundert ihn selbst:
Leute rauchend auf der Straße nimmt er
inzwischen als unangenehm wahr. ah


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