Bevor ein Teilnehmer sich zu einem Nichraucherkurs anmeldet, ist er bereits durch mehrere Stufen eines persönlichen Veränderungsprozesses gegangen.
Veränderung beginnt damit, daß der Raucher irgendwann eine kritische Haltung zu seinem Rauchverhalten entwickelt. In der Sprache der Veränderungstheorie befindet er sich zuerst in der Phase der "Unbedarftheit und Absichtlosigkeit" und wechselt dann zur Phase der " kritischen Distanz zum eigenen Verhalten".
Bleibt die Veränderungsbereitschaft weiterhin erhalten, zum Beispiel, weil die negativen Folgen des Rauchens nicht mehr zu ignorieren sind, verläuft der weitere Veränderungsprozess über eine Phase der Informations- und Hilfesuche oder einer besonderen Sensibilität für das Thema "Nichtrauchen". Dies ist auch die Phase in der "Nichtraucher werden" -Bücher gelesen werden.
Wird weiterhin Veränderung angestrebt, so werden erste Veränderungsabsichten geplant (Phase der Absichtsbildung).
Damit ist das Heranreifen eines oder mehrerer Handlungspläne gemeint. Zum Beispiel der Plan, aus eigener Kraft mit dem Rauchen aufzuhören, es mit Akupunktur oder Nikotinersatzpräparaten zu versuchen, oder der Absicht, sich bei einem Nichtraucherkurs anzumelden.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß Pläne nicht immer sofort in die Tat umgesetzt werden. In der Sprache der Veränderungstheorektiker gesagt, erreichen manche Pläne nur nach längerer Verzögerung den Beginn der Handlungsphase!
Erst nach Erreichen dieser Stelle seines persönlichen Veränderungsprozesses ist der Noch-Raucher "reif" für eine professionell begleitete Maßnahme der Nikotinentwöhnung. Jedoch ist es mit dem Beginn einer Veränderungshandlung nicht getan. Eigentlich fängt die Veränderungsarbeit jetzt erst richtig an! Denn nun ist kontinuierlich aktive, manchmal anstrengende Veränderungsarbeit zu leisten.


Die Aufrechterhaltung der Veränderungsarbeit wird durch eine Reihe von Faktoren erschwert:

Wechselhafte Haltung, was den gefühlten Veränderungsbedarf betrifft. Die Entscheidung Nichtraucher zu werden ist nicht immer gleich stabil.

2. Die persönliche Einschätzung der benötigten persönlichen Bewältigungsfähigkeiten (Selbstwirksamkeit) fällt manchmal zu ungünstig aus. Der Betroffene glaubt nicht die Fähigkeit zu haben, mit dem Rauchen aufzuhören.

3. Frühere, mißlungene Bewältigungsversuche ("ich schaffe es ja doch nicht").

4. Zu wenige wirksame rauchfreie alternative Verhaltensweisen sind vorstellbar.

Ist das Ziel "Nichtraucher sein" nach Überwindung aller Schwierigkeiten ( nach der vierten Kursstunde) erreicht, ist die Veränderungsarbeit auf keinen Fall beendet. Zu groß ist weiterhin die Gefahr, die frische Rauchfreiheit wieder zu verlieren, das heißt, "wider Willen" wieder mit dem Rauchen anzufangen. An dieser Stelle des Veränderungsprozesses bietet der Kurs Strategien an, die der Stabilisierung der Fähigkeit nicht zu Rauchen dienen.


Zusammenfassend kann man sagen, dass der Kurs ein Training zur Wiedererlangung der Selbstunterstützung ist – ohne Zigarette.

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© Diplom-Psychologe und Rauchfrei-Trainer Thomas Dopatka, Bottrop, April 2022